Gitarrenvorführung und Gitarrenausstellung

Gitarrenvorführung und Gitarrenausstellung – Darmstädter Gitarrentage

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Datum/Zeit
Date(s) - 13/12/2015
15:00 - 17:00

Veranstaltungsort
64287 Darmstadt - Evangelische Thomasgemeinde Darmstadt

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Mit Ausnahme der Gitarre von Boguslaw Teryks (Polen) werden dieses Mal nur Meisterinstrumente aus Deutschland vorgestellt.

Tilman Hoppstock spielt – wie üblich – verschiedene Musikstücke (bzw. Fragmente) völlig unterschiedlichen Charakters, wobei in insgesamt vier Durchgängen die Parameter Ausgeglichenheit, Transparenz, Dynamik, Klangvielfalt, Gesanglichkeit und Tragfähigkeit näher beleuchtet werden. Während dieser etwa 45-minütigen Vorführung bleibt dem Publikum verborgen, welches Instrument jeweils erklingt, um beim Hören die größtmögliche Objektivität zu gewährleisten.

Im Anschluss daran erhalten alle Zuhörer die Möglichkeit, die acht Instrumente zu testen. Die meisten Gitarrenbaumeister werden persönlich anwesend sein, um Fragen über ihre Instrumente zu beantworten oder auch andere gitarrenbauspezifischen Probleme zu erörtern.

Die Gitarrenbaumeister

Adrian Heinzelmann (*1990) absolvierte  2008-2011 die Ausbildung zum Zupfinstrumentenmacher an der Berufsfachschule für Instrumentenbau in Mittenwald. Sein Interesse an wissenschaftlichen Aspekten des Gitarren­baus bewegten ihn im Anschluss ein Studium an der Hochschule Zwickau im Studiengang Musikinstrumentenbau Markneukirchen aufzunehmen. 2013 begann er neben dem Studium als selbstständiger Gitarrenbauer zu arbeiten; 2014 zog er in eine Gemeinschaftswerkstatt mit Friederike Linscheid in Berlin. Sein Hauptinteresse liegt bei den modernen Strömungen des Gitarrenbaus wie double-top und  Gitterbeleistung. Er dokumentiert viele Arbeitsschritte durch akustische Messun­gen und ist immer gerne bereit durch die Verwendung innovativer Konstruktionen die Grenzen des traditionellen Gitarrenbaus zu überschreiten.

Andreas Kirmse (*1981) entdeckte bereits in jungen Jahren die klassische Gitarre. Die Leidenschaft zu diesem Instrument prägte den beruflichen Werdegang. Das Hochschulstudium (Studienrichtung: Zupfinstrumentenbau) in Markneukirchen vermittelte ihm eine wissenschaftliche Herangehensweise an das Instrument und förderte gleichzeitig die praktische Umsetzung eigener Ideen. Seine heutige Arbeitsweise ist im Wesentlichen beeinflusst durch Erfahrungen mit historischen Gitarren; so inspirierten ihn hauptsächlich um und vor 1900 gebaute Instrumente. Die Mitarbeit in einer Vielzahl renommierter Werkstätten inspirierte Andreas Kirmse zur Umsetzung individueller klanglicher Ideen. Nach mehrjähriger Tätigkeit in einer eigenen Werkstatt in Marseille (Frankreich) lebt und arbeitet er heute in Leipzig.

Andreas Kirschner (Deutschland,*1975) gehört mittlerweile zu den etablierten deutschen Gitarrenbauern. Seine Instrumente, insbesondere seine Double-Top-Gitarren aus Fichte sind weltweit gefragt. Nach einer Tischlerlehre besuchte er von 2002 bis 2004 die Berufsfachschule für Geigen- und Zupfinstrumentenbau in Mittenwald und beendete seine Ausbildung zum Gitarrenbauer in der Meisterwerkstatt von Leo Sprenger. Andreas’ Arbeit wird bereichert durch einen ständigen Austausch mit Kollegen und professionellen Gitarristen und sein Ziel ist es, den Gitarrenbau mithilfe von Innovation und Perfektion voranzutreiben. Handwerkliche Präzision, Einfühlungsvermögen, eigene Erfahrungen als Gitarrespieler, und Neugier sind für ihn wichtige Faktoren, die seine Instrumente zu dem machen, was sie sind.

Carsten Kobs baut seit 1999 in seiner hamburger Firma klassische Meistergitarren, seit 2015 in der Bahrenfelder Str. 321, wo noch in diesem Herbst auch sein Ladengeschäft „Tirando Guitars“ eröffnet wird. Die klassische Ausbildung zum Zupfinstumentemacher absolvierte er von 1990 bis 1993 bei Schack Guitars, danach sammelte er mehrere Jahre Erfahrung bei verschiedenen Gitarrenbauern, bis er sich nach der Meisterprüfung in Mittenwald selbstständig machte. Seitdem widmet er sich ausschließlich dem Bau und der Weiterentwicklung der klassischen Konzertgitarre, deren klanglicher Vielfalt seine ganze Liebe gilt. Dieser Weg führte ihn zu der sogenannten „double top“ Bauweise seiner heutigen Meistergitarren, die von Gitarristen auf der ganzen Welt wegen ihres Klangs geliebt werden und seinen ausgezeichneten Ruf begründen.

Friederike Linscheid (*1986) arbeitet seit ihrem Abschluss an der Berufsfachschule für Instru­mentenbau in Mittenwald (2009) als selbstständige Gitarrenbauerin in Berlin – seit 2014 teilt sie eine Gemeinschaftswerkstatt mit A. Heinzelmann –  und führt für den Geigenbauer Raphael Zrock Reparaturen durch. Obwohl ihre Gitarren viele Referenzen an den historischen Gitarrenbau aufweisen, verleiht sie den Instrumenten durch eigenwillige Details eine moderne Note. Friederike Linscheid baut momentan zwei Modelle, wobei das Erste der Decken­konstruktion des Gitarrenbauers Robert Bouchet nachempfunden ist und das Zwei­te eine modernere Gitterbeleistung hat. Unter Einbeziehung ihrer Kenntnisse von akustischen Funktionsweisen der Gi­tarre arbeitet sie mit einem eher künstlerisch – intuitiven Ansatz.

Jochen Röthel (*1969), wuchs in einer Schreiner-Familie im unterfränkischen Kitzingen auf. 1990 begann er seine Ausbildung zum Zupfinstrumentenmacher bei Lakewood Guitars, der Werkstatt von Martin Seeliger in Gießen. Die Teilnahme an einem Gitarrenbaukurs von J. L. Romanillos 1992 in Cordoba war wegweisend für den späteren Werdegang Röthels mit der Spezialisierung auf die traditionelle spanische Bauweise. Nach der Meisterprüfung eröffnete Jochen Röthel 1997 eine eigene Werkstatt im niedersächsischen Oldenburg. Seine Gitarren sind leicht gebaute Instrumente mit sonorem Klangcharakter, stark beeinflusst von den Konstruktionsprinzipen der Gitarren der „alten Meister“, von denen er im Laufe der Jahre einige genauer untersuchen konnte. Seit 2015 befindet sich Jochen Röthels Werkstatt  nun in Würzburg.

Boguslaw Teryks, geb. 1961 in Breslau, lebt seit 1984 in Mainz. Mit dem Gitarrenbau befasste er sich zum ersten Mal 1979 und legte einige Jahre später in Mittenwald die Prüfung zum Gitarrenbaumeister ab. Mehrmals wurden seine Instrumente beim Internationalen Wettbewerb für Gitarrenbau in Danzig prämiert. Die Gitarren bestechen durch einen singenden Klang, überzeugen aber auch mit ihrem durchdringend strahlenden Timbre, um in größeren Konzerthäusern gespielt zu werden. Boguslaw Teryks sagt über seine Arbeit: “Gitarrenbau ist mein inneres Bedürfnis, ein Ausdrucksmittel, ein Platz in der Natur und außerdem: Liebe, Freundschaft, Liebkosung und eine professionell geleistete Arbeit. Die Gitarre ist eine Art Medium, die Sprache der Seele, ein Beispiel für globale, multikulturelle Harmonie.”

Dennis Tolz (*1985 in Berlin) erhielt zunächst ab dem 15 Lebensjahr Unterricht in klassischer Gitarre. Als er dann bei einem Gitarrenbauer das kunstvolle Handwerk kennen lernte, stand sein Berufswunsch fest. Nach dem Abitur ging er für zwei Jahre an die „Newark School of Instrument Making“ in England. Mit dem Abschluss der Ausbildung erhielt er als bester Schüler seines Jahrgangs den “Ashley Mark Publishing Prize“ des “Classical Guitar Magazine UK“. Zurück in Deutschland studierte er am renommierten Studiengang „Musikinstrumentenbau“ in Markneukirchen. 2012 schloss er sowohl das Studium als auch die Meisterprüfung im Zupfinstrumentenmacher-Handwerk, mit dem Prädikat „sehr gut“ ab. Seit Anfang 2011 baut er Konzertgitarren in einer Gemeinschaftswerkstatt mit der Geigenbauerin Florence Ford, in Berlin.

(Quelle: http://www.gita-darmstadt.de/Darmstadter_Gitarrentage/Festival.html )


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